Wenn Hunde Angst an Silvester haben, statt Beruhigungsmittel ist Vorsorge besser

Der letzte Tag des Jahres wird in jedem Land der Erde auf ganz spezielle Weise gefeiert. Eines ist beinahe überall gleich, das Silvesterfeuerwerk.

Bunte Raketen, laute Böller und Knallfrösche gehören zum Jahresausklang einfach dazu. Doch genau dieses Feuerwerk, das den Menschen Spaß macht und als Tradition gilt, ist für die Tiere eine Qual und Gefahr.

Viele Hunde sind bereits Tage vor Silvester unruhig, zeigen verändertes Verhalten und wollen nicht mehr vor die Türe gehen. Als Hundehalter können Sie Ihrem Tier helfen diese Zeit gut zu überstehen.

Wenn Hunde Angst an Silvester haben, statt Beruhigungsmittel ist Vorsorge besser

Wenn Hunde Angst an Silvester haben, statt Beruhigungsmittel ist Vorsorge besser

Angst verschlimmert sich von Jahr zu Jahr

Regelmäßig um die Weihnachtszeit beginnt unser Podenco, sich seltsam zu verhalten. Er ist nervös und unruhig und es wird bis Silvester immer schlimmer.

Zumeist will er schon ein oder zwei Tage vor dem Tag X nicht mehr aus dem Haus gehen. Wir müssen ihn hinaustragen, und sobald er sich erleichtert hat, will er wieder hinein.

Am Silvestertag selbst sitzt unser Alonso die meiste Zeit im Bad. Hier gibt es kein Fenster und die Knallerei ist am wenigsten zu hören. Er zittert und hat offensichtlich panische Angst.

Das wird deutlich besser, wenn er sich an uns kuscheln kann. Wir wickeln ihn zusätzlich in eine Decke und er wird dadurch merklich ruhiger.

Im Wohnzimmer läuft der Fernseher und das Licht ist an, damit die Lichtblitze und die Knaller von draußen abgemildert werden. Die Situation wird von Jahr zu Jahr schlimmer und an ein Feiern auswärts ist nicht zu denken.

Hunde haben ein empfindlicheres Gehör als Menschen und nehmen Böller lauter wahr

Hunde haben ein empfindlicheres Gehör als Menschen und nehmen Böller lauter wahr

Körperkontakt schenkt Vertrauen

Tiere haben ein viel besseres Gehör als wir Menschen. Sie nehmen die Knallerei zu Silvester bedeutend stärker wahr als wir.

Es gibt Hunde, die mit dem Lärm kein Problem haben, einige erschrecken sich und andere reagieren regelrecht panisch. Warum das so ist, kann von der Rasse abhängen und natürlich auch davon, was in den Vorjahren um diese Zeit passiert ist.

Wichtig ist daher, dass Sie als Hundehalter so ruhig wie möglich bleiben. Je gelassener sie um diese Zeit sind, desto ruhiger wird sich Ihr Hund verhalten.

Wenn Sie merken, dass Ihr Tier ängstlich reagiert, nehmen Sie sich viel Zeit und ermöglichen Sie ihm Körperkontakt, sobald er das wünscht.

Nehmen Sie ihn aber nicht auf den Arm, tragen Sie ihn nicht herum und bedauern Sie ihn keinesfalls. Das würde den Hund in seinem Verhalten nur bestärken.

Sicherheit geben, trotz Böller und Knallerei

Viele Hunde reagieren positiv, wenn man sie in eine Decke wickelt oder ihnen einen engen Body anzieht.

Fernseher oder Radio helfen, dass sich der Hund nicht nur auf die Außengeräusche fokussiert. Lassen Sie die Rollos herunter und ziehen Sie die Gardinen vor.

Knallfreie Zeiten im Freien nutzen

Gehen Sie am Silvestertag besser am Morgen eine große Runde spazieren. Zu dieser Zeit ist es noch ruhiger.

Gegen Nachmittag oder abends bleiben Sie in der Nähe des Hauses. So fühlt sich der Hund sicher, weil er sein geschütztes Heim rasch erreichen kann.

Am Morgen des Silvestertags ist es meist ruhiger für einen langen Spaziergang mit dem Hund

Am Morgen des Silvestertags ist es meist ruhiger für einen langen Spaziergang mit dem Hund

Leinen Sie Ihr Tier niemals ab. Auch ein gut ausgebildeter Hund, der noch nie ein Problem zu Silvester hatte, kann sich derart erschrecken, dass er das Weite sucht. Ängstliche Hunde werden optimalerweise sogar doppelt gesichert.

Bachblüten und Homöopathie als Medikament gegen Angst

Gute Erfahrungen habe ich bei unseren Hunden mit Bachblüten gemacht. Die sogenannten Notfalltropfen sollten in der Hundeapotheke ohnehin nicht fehlen. Sie sind ideal bei Panik, Stress, Schock oder Verletzungen.

Heute sind Rescue Remedy Tropfen nicht nur als alkoholischer Auszug, sondern in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich. Viele Apotheken führen sogar eigene Rescue Remedy Hundedrops.

Wenn sie rechtzeitig damit anfangen, können Sie Ihrem Tier auch eine speziell für ihn zusammengestellte Bachblüten-Zubereitung mischen lassen.

Homöopathische Beruhigungsmitteln helfen vielen Hunden während dieser Zeit. Auch hier muss die Mischung individuell auf den Hund zugeschnitten werden. Wenden Sie sich in diesem Fall an einen erfahrenen Tierarzt oder einen Homöopathen.

Unser Alonso reagiert auch auf Pheromone ganz gut. D.A.P. bedeutet Dog Appeasing Pheromone. Dabei handelt es sich um Duftstoffe, die von der Hündin während des Säugens abgesondert werden und beruhigend auf den Welpen wirken. Testen Sie diese Mittel zunächst und verwenden Sie diese erst, wenn der Hund sie augenscheinlich als angenehm empfindet.

Dieses D.A.P. ist in Form von Tabletten, Halsbändern, Sprays oder Steckern – ähnlich den Anti-Insekten-Steckern – auf dem Markt.

Vorsicht bei Beruhigungsmitteln und Alkohol

Leider neigen manche Tierärzte dazu, ängstlichen Hunden sofort Psychopharmaka und Beruhigungsmittel zu verabreichen. Nicht jeder Hund reagiert darauf positiv und nicht selten verstärkt die Gabe solcher Medikamente die Situation auf Dauer.

Verzichten Sie auch auf den Tipp dem Hund Eierlikör zu verabreichen. Es ist leider immer wieder zu hören, dass ein klein wenig Alkohol den Hund beruhigen soll. Alkohol ist Gift und schadet in jedem Fall auch in kleinsten Mengen. Lassen Sie also besser die Finger davon.

Wir wünschen Ihnen und Ihrem Hund einen angenehmen und vor allem furchtlosen Start ins Neue Jahr.