Bauchspeicheldrüsenentzündung beim Hund könnte auch tödlich enden

Kira ist eine kleine Yorkshire-Dame im stolzen Alter von 13 Jahren. Trotz ihres Alters ist sie immer gut gelaunt und voller Elan.

Umso erstaunlicher war es, als ihre Besitzerin Claudia vor einigen Wochen nach dem Einkauf nach Hause kam und Kira still in ihrem Bettchen lag. Nicht einmal zur Begrüßung erhob sie sich. Bei Claudia läuteten die Alarmglocken. Hier stimmte etwas nicht.

Yorkshire mit Dame

Yorkshire mit Dame

Kira hatte schon die letzten Tage nicht besonders viel gefressen und auch schon mal erbrochen. Das muss bei Hunden keinesfalls ungewöhnlich sein. Die Apathie allerdings gefiel Claudia gar nicht.

Langsam kam Kira dann doch um ein wenig zu kuscheln, doch schon ein paar Minuten später folgte der nächste Schreck. Kira hatte enormen Durchfall.

Sie schaffte es nicht einmal mehr in den Garten. Claudia schnappte ihren Liebling und machte sich auf den Weg in die Tierklinik. Festgestellt wurde eine akute Pankreatitis, eine Bauchspeicheldrüsenentzündung.

Die Bauchspeicheldrüse hilft bei der Verdauung

Die Bauchspeicheldrüse produziert neben dem Hormon Insulin auch Enzyme, die für die Verdauung notwendig sind.

Diese Enzyme gelangen über einen Gang in den Darm, wo sie die Nahrung in Eiweiße, Fette und Kohlenhydrate aufspalten. Spezielle Schutzmechanismen sorgen dafür, dass die Enzyme erst im Darm zu wirken beginnen.

Unter bestimmten Voraussetzungen können die Enzyme bereits in der Bauchspeicheldrüse aktiv werden. Das heißt, die Drüse beginnt sich selbst zu verdauen.

Die Folge ist eine Pankreatitis oder Bauchspeicheldrüsenentzündung. Die genauen Ursachen sind nicht wirklich geklärt. Allerdings gibt es einige Faktoren, die eine Entzündung begünstigen dürften. Dazu zählen sehr fettreiche Nahrung, Übergewicht und hohe Blutfettwerte.

Medikamente können ein Auslöser sein, genauso wie eine Verletzung durch einen Sturz. Ebenso spielt anscheinend die Hunderasse eine Rolle.

Entsprechend wissenschaftlicher Literatur kommt eine Bauchspeicheldrüsenentzündung bei Zwergschnauzer, Yorkshire Terrier, Silky Terrier oder Miniaturpudel auffallend häufig vor.

Bauchspeicheldrüsenentzündung ist häufiger bei Zwergschnauzer, Yorkshire Terrier, Silky Terrier und Miniaturpudel

Bauchspeicheldrüsenentzündung ist häufiger bei Zwergschnauzer, Yorkshire Terrier, Silky Terrier und Miniaturpudel

Anzeichen scheinen völlig harmlos

Eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse kann sich durch unterschiedlichste Symptome bemerkbar machen.

Zumeist hat der Hund Bauchschmerzen, Durchfall und erbricht. Es können Schwäche, Fieber und auch Austrocknung dazukommen.

Wenn Sie nur den geringsten Verdacht einer solchen Entzündung haben, bringen Sie Ihren Vierbeiner sofort zum Tierarzt. Die Pankreatitis ist lebensbedrohend. Je früher sie behandelt wird, desto besser sind die Heilungschancen.

Kira musste beim Tierarzt einige Untersuchungen über sich ergehen lassen. Leider gibt es keinen einzigen Test, der die Entzündung wirklich feststellen kann. Wichtig ist ein Bluttest.

Meist wird auch eine Röntgenuntersuchung durchgeführt, um Krankheiten mit ähnlichen Symptomen auszuschließen. Idealerweise kann der Tierarzt eine Ultraschalluntersuchung in die Wege leiten, bei der das Organ und eine eventuelle Entzündung erkennbar sein können.

Bei Pankreatitis-Verdacht sofort zum Tierarzt

Viele Tierärzte haben bereits aufgrund der Symptomatik des Hundes ein gutes Gespür für die Erkrankung und beginnen sofort mit einer Therapie.

Kira erhielt Infusionen, die ihren Kreislauf stabilisieren sollten und ihr Flüssigkeit zuführte. Medikamente sollten helfen, dass die Bauchspeicheldrüse die Produktion der Verdauungssekrete stoppt. Dazu kamen Mittel, um die Bauchschmerzen zu lindern.

Kira musste in der Tierklinik bleiben. Denn eine Bauchspeicheldrüsenentzündung kann zu schweren Komplikationen wie Schock, Nierenversagen oder Herzrhythmusstörungen führen.

Nach fünf Tagen durfte Kira endlich wieder nach Hause. Sie hat es geschafft. Allerdings muss sie jetzt eine strenge Diät halten.

Die Bauchspeicheldrüsenentzündung kann milde verlaufen, aber leider auch lebensbedrohend sein. Kira wurde rechtzeitig zum Tierarzt gebracht. Das hat ihr letztendlich das Leben gerettet.

Bauchspeicheldrüsenentzündung beim Hund kann tödlich enden

Bauchspeicheldrüsenentzündung beim Hund kann tödlich enden

Achten Sie Durchfall und Erbrechen mit Bauchschmerzen

Das Gefährliche der Pankreatitis sind die harmlosen Anzeichen. Hunde haben schon mal Durchfall und auch Erbrechen ist kein dramatisches Symptom.

Wenn Sie aber das Gefühl haben, dass Ihr Liebling auch Bauchschmerzen hat, wenden Sie sich sofort an Ihren Tierarzt. Insbesondere bei den häufiger betroffenen Rasse wie Zwergschnauzer, Yorkshire Terrier, Silky Terrier oder Miniaturpudel.

Bauchschmerzen können Sie anhand der sogenannten Gebetshaltung des Hundes erkennen. Ihr Hund streckt die Vorderbeine aus und drückt den Oberkörper an den Boden. Die Hinterbeine bleiben gestreckt. Die Bewegung gleicht dem Strecken, er führt sie aber häufiger aus.

Eine Bauchspeicheldrüsenentzündung kann rasch sehr ernst werden. Versuchen Sie in einem derartigen Fall keinesfalls mit Hausmitteln oder Alternativmedizin zu experimentieren. Das kann ihrem Tier das Leben kosten.