Welches Fleisch für den Hund?

Die Domestizierung unserer Hunde begann vor Tausenden von Jahren. Bis heute haben Haushunde viele Eigenschaften des Wolfs beibehalten. In puncto Ernährung zählt der Wolf zu den Fleischfressern, den Carnivoren, obwohl er je nach Nahrungsangebot auch pflanzliche Nahrung zu sich nimmt.

Der Hund dagegen hat sich im Laufe des Zusammenlebens mit dem Menschen auch an dessen Ernährung angepasst. Es ist noch gar nicht so lange her, dass Haus- und Hofhunde Speisereste und Schlachtabfälle zu fressen bekamen. So wurden Hunde zu Allesfressern.

Eine vollwertige und ausgewogene Ernährung für unseren Haushund muss daher aus verschiedenen Komponenten bestehen. Grundlage ist und bleibt jedoch Protein in Form von Fleisch.

Mehr als acht Millionen Tonnen Fleisch werden jährlich in Deutschland produziert. In den Schlachthöfen wird das beste Fleisch für den menschlichen Verzehr ausgewählt.

Die Schlachthöfe und Fleisch verarbeitenden Betriebe unterliegen dabei strengen Kontrollen. Die Produkte müssen jederzeit zurückzuverfolgen sein, werden zertifiziert, genehmigt, regelmäßig kontrolliert.

Amtstierärzte stellen Begleitpapiere und Bescheinigungen aus, die die Qualität attestieren.

Was sind Fleischabfälle?

Kam früher ein Großteil eines Schlachttieres in den Handel, so sind es heute nur noch rund 50 Prozent. Der Grund dafür ist, dass Innereien wie Hirn, Leber oder Mägen in unserer heutigen Ernährung kaum mehr eine Rolle spielen.

Genau diese Fleischteile können neben Muskelfleisch für Hundefutter verwendet werden. Immer wieder wird davon gesprochen, dass Fleischabfälle in den Futtermitteln für Hunde landen würden.

In Deutschland existiert ein sehr strenges Lebensmittel- und Futtermittelgesetz. Dieses schreibt vor, dass nur hygienisch einwandfreie tierische Produkte, die genusstauglich sind, zur Herstellung von Futtermitteln verwendet werden dürfen.

Es handelt sich daher nicht um Fleischabfälle im herkömmlichen Sinn. Dieses Fleisch ist zwar für den menschlichen Verzehr geeignet und gilt somit als lebensmitteltauglich, doch die Nachfrage hält sich eben in Grenzen.

Produzenten von Dosen- und Trockenfutter aber auch Verbraucher, die sich für BARF entschieden haben, kaufen nun dieses Fleisch ein.

Fleischmehl

In der Futtermittelherstellung wird nur ein Teil als Rohfleisch verwendet. Der andere Teil wird sterilisiert, getrocknet und vermahlen. Dieses Fleischmehl gilt als eine der Hauptzutaten für Trockenfutter.

Bei Fleischmehl kann es allerdings zu Qualitätsunterschieden kommen. Hochwertige Mehle sind sortenrein. Das bedeutet, dass sie nur von einer Tierart stammen und entsprechend deklariert werden. Auch hier kommt nicht nur Muskelfleisch zum Einsatz, sondern auch Innereien.

Es dürfen keine Haare, Schnäbel, Augen oder Füße enthalten sein, denn diese Bestandteile sind nicht für den menschlichen Verzehr bestimmt. Das hochwertigste Fleischmehl, das nur aus Fleisch einer bestimmten Tierart besteht, hat eine sehr gute Nährstoffzusammensetzung.

Fleisch und Fleischmehl müssen bei mindestens 133 °C für 20 Minuten bei einem Druck von drei Bar gegart werden. Auch das besagt eine Richtlinie.

Bei diesem Kochvorgang werden die enthaltenen Proteine verändert, also denaturiert. Frisst der Hund rohes Fleisch, so werden dessen Proteine im Magen durch Speichel und Magensäure denaturiert.

Erst durch das Kochen oder die Einwirkung von Magensäure kann das Tier die freigesetzten Aminosäuren nutzen.

Qualität und EU-Verordnung

Wichtig für die Beurteilung von Hundefutter ist die Deklaration. Hier muss sowohl die Fleischsorte als auch der enthaltene Anteil angegeben sein.

Diese Kennzeichnungspflicht wird von einer EU-Verordnung geregelt. Es ist die VO 767/2009 zum Inverkehrbringen von Futtermitteln.

Leider sind diese Deklarationen oft sehr undurchsichtig und für den Hundebesitzer schwer verständlich, wie ein Test an mehreren Futtermitteln von Stiftung Warentest erst im letzten Jahr deutlich machte.

Wie viel rohes Fleisch verträgt ein Hund?

Immer mehr Hundebesitzer setzen daher in der letzten Zeit auf BARF. Diese Ernährungsweise basiert auf rohem, naturbelassenem Fleisch. Diesem werden Obst, Gemüse, Kräuter und verschiedene Öle zugesetzt um ein vollwertiges Menü für den Hund zu erhalten.

Nach wie vor scheiden sich die Geister, ob nun das industriell hergestellte Alleinfuttermittel oder das selbst zusammengestellte BARF-Menü für den Hund gesünder ist.

Wer sich mit diesem Thema eingehender beschäftigen möchte, dem sei das Buch „Katzen würden Mäuse kaufen“ von Hans-Ulrich Grimm ans Herz gelegt.

Einen Vorteil haben die Rohfütterer allemal. Sie entscheiden selbst, welches Fleisch in die Mahlzeit ihres Tieres wandert.

Rohes Fleisch für den Hund kann heute entweder direkt im Schlachthof oder beim Metzger Ihres Vertrauens gekauft werden.

Im gut sortierten Zoofachhandel gibt es verschiedene Fleischsorten in Portionen tiefgekühlt abgepackt und zahlreiche Firmen haben sich bereits auf Lieferung von Rohfleisch spezialisiert.

Zu einem großen Teil werden Fleischsorten wie Rind, Geflügel und Fisch für die Fütterung von Hunden verwendet.

Allerdings steigt die Zahl der Allergien bei Hunden rasant und damit auch der Wunsch nach Fleisch, das noch nicht in Massen produziert wird. Dazu zählt Wild, Pferd, Ren, Schaf, Ziege, Känguru und Strauß.

Schweinefleisch spielt in der Hundeernährung dagegen eine untergeordnete Rolle.