Geruchssinn von Hunden

Der Geruchssinn ist für Hunde der wichtigste Sinn. Haben Sie sich gefragt: Wie viel besser riecht ein Hund im Vergleich zum Mensch? Hier finden Sie heraus, dass Hunde Gerüche quasi sehen können.

aDeshalb ist die Nase für den Hund ein sehr wichtiges Sinnesorgan. Beinahe der gesamte Tagesablauf wird von Sinneseindrücken bestimmt, die unsere Vierbeiner über ihre Nase gewinnen.

Denken wir nur an einen Spaziergang. Hunde schnüffeln an allem, was ihren Weg kreuzt. Auch neue Gegenstände in der Wohnung oder fremde Menschen werden zuerst beschnüffelt.

Der Geruchssinn von Hunden ist sogar so gut, dass Menschen sich diesen besonderen Sinn zunutze machen. Hunde retten mit ihrem Geruchssinn sogar Leben. Denken Sie nur an:

  • Rettungshunde
  • Lawinenhunde
  • Drogenspürhunde
  • Assistenzhunde wie Diabetikerwarnhunde

Doch wie gut ist dieser Geruchssinn wirklich?

Warum haben Hunde einen guten Geruchssinn?

Hunde sind Nasentiere. In der Fachsprache nennt man das Makrosmatiker. Sie nehmen ihre Umwelt vorwiegend über die Nase wahr. Augen und Ohren sind weniger bedeutend.

Beim Spaziergang beschnüffeln Hunde dauernd Boden, Bäume und Hausmauern. Auf diese Weise erkennt der Hund, welchen Artgenossen hier schon vorbeigekommen sind und ob fremde Hunde ins eigene Revier eingedrungen sind.

Damit informieren sich Hunde über das alltägliche Geschehen. Wir können das ungefähr damit vergleichen, wenn wir die Tageszeitung lesen. Oder wenn wir uns mit Nachbarn über die Geschehnisse in der Umgebung unterhalten.

Genau aus diesem Grund sind tägliche Spaziergänge für das Sozialleben Ihres Hundes so wichtig.

Über Schnüffeln unterhalten sich Hunde

Das Markieren der Rüden und gelegentlich auch der Hündinnen dient genau diesem Zweck. Die eigene Duftmarke wird zurückgelassen, um anderen Hunde zu signalisieren: Hey, ich war heute schon hier.

Treffen Hunde auf Artgenossen, werden diese zuerst in Augenschein genommen. Stimmt die Körperhaltung und zeigt keiner eine Abwehrreaktion, beschnüffeln sich die Tiere.

Dabei kommt der Analregion eine große Bedeutung zu. Denn hier befinden sich die meisten Drüsen. Die Duftstoffe daraus geben Auskunft über Gesundheit und Gemütslage des Tieres.

Darum ist auch das Schnüffeln an Kot oder Urin für den Hund enorm wichtig. Wir finden es eklig. Hunde könne daraus jedoch viele Informationen ziehen.

Deshalb sollten Sie dieses Verhalten tolerieren, auch wenn manchmal schwerfällt. Das Fressen von Kot müssen Sie allerdings sofort unterbinden.

Geruchssinn von Spürhunden

Der spezielle Geruchssinn des Hundes kann für uns Menschen sehr nützlich sein. Ihre Nasenarbeit wird schon länger erfolgreich bei der Rettung von Menschen eingesetzt.

  • Lawinenhunde erschnüffeln Menschen im Schnee.
  • In Katastrophengebieten werden Hunde eingesetzt, um Menschen in den Trümmern zu finden.
  • Der klassische Jagdhund findet das erlegte Wild, der Fährtenhund verfolgt die potenzielle Beute.

Geruchssinn von Schwein und Hund

Trüffel sind Edelpilze, die unter der Erde wachsen. Sie gehören zu den teuersten Lebensmitteln der Welt. Ein Kilogramm weißer Trüffel wird für ungefähr 9.000 Euro gehandelt.

Um diese wertvollen Pilze zu suchen, wurden lange Zeit der Geruchssinn von Schweinen genutzt. Allerdings fressen die Schweine die gefundenen Trüffel gerne selbst.

Mittlerweile hat man erkannt, dass auch der Spürsinn von Hunden für diese Aufgabe ideal ist. Hunde finden die Trüffel ebenso wie Trüffelschwein. Und beim Hund ist die Gefahr sehr gering, dass er den Trüffelfund selbst frisst.

Nicht zu vergessen sind natürlich die Spürhunde, die Drogen oder Sprengstoff erschnüffeln können und damit täglich eine wertvolle Arbeit leisten.

Hunde erkennen menschliche Emotionen am Geruch

Dass Hunde auf menschliche Emotionen reagieren, ist bereits seit langer Zeit bekannt.

Der Grund dafür ist, dass verschiedene Gefühle unterschiedliche Düfte freisetzen. Diese erkennt der Hund und kann sie zuordnen. Hunde können also Angstschweiß riechen und reagieren dementsprechend.

Doch unsere Vierbeiner erkennen nicht nur Angst oder Trauer. Hund können sogar Krankheiten riechen.

Diese Tatsache ist noch nicht allzu lange bekannt, wird aber bereits sehr erfolgreich eingesetzt. Menschen verströmen offensichtlich einen speziellen Geruch, bevor ein epileptischer Anfall droht. Hunde können dies erkennen und den Menschen rechtzeitig warnen.

Bei Diabetikern ist der Geruch manchmal sogar für den Menschen zu erkennen. Hunde reagieren jedoch deutlich rascher und können so rechtzeitig eingreifen, wenn der Zuckerspiegel zu hoch oder zu niedrig ist. Das kann Menschenleben retten.

Geruchssinn von Hund und Mensch im Vergleich

Bei all diesen Fähigkeiten unserer Hunde wird klar, dass ihr Geruchssinn deutlich besser ist, als der von uns Menschen. Doch worin liegen die Unterschiede?

Erkennbar ist das an der großen Anzahl von Riechzellen.

  • Hunde besitzen zwischen 125 und 220 Millionen Riechzellen.
  • Und wie viel Riechzellen hat der Mensch?
    Im Gegensatz dazu verfügen Menschen lediglich über fünf Millionen Riechzellen. Das ist ein deutlicher Unterschied.

Die Menge an Riechzellen ist abhängig von der Hunderasse sowie Größe und Form der Nase. So hat der Schäferhund deutlich mehr Riechzellen als etwa ein Mops.

Das erklärt, warum Schäferhunde begehrte Spür- und Rettungshunde sind.

Rein rechnerisch können Hunde ungefähr 25 bis 44 Mal besser riechen als der Mensch. Doch die Nase des Hundes kann noch sehr viel mehr.

Zum Beispiel ist die Riechschleimhaut eines Hundes deutlich größer als bei Menschen. Bei Hunden nimmt sie eine Fläche von 150 Quadratzentimetern ein, während Menschen mit rund fünf Quadratzentimetern auskommen.

Wie viel besser können Hunde riechen?

Deshalb können Hunde komplexer riechen. Das bedeutet, Hunde können einzelne Bestandteile aus einem Geruch heraus riechen.

Außerdem können Hunde deutlich schneller atmen als Menschen. Dadurch nehmen sie Gerüche schneller auf.

Die Geruchseindrücke werden direkt an das Hundegehirn geleitet. Dieser olfaktorische Bereich des Gehirns nimmt beim Hund rund zehn Prozent des gesamten Gehirns ein.

Spätestens an dieser Stelle entlarven wir das Rechenbeispiel anhand Riechzellen also als Quatsch. Denn große Teile des Hundekörpers sind auf den Geruchssinn spezialisiert. Damit können können Hunde bestimmt viel mehr als 44 Mal besser riechen als Menschen.

Hunde haben sogar ein Geruchsgedächtnis. Sie erinnern sich also an Gerüche. Darüber erkennen Hündinnen noch nach Jahren ihren Nachwuchs. Und auch Wurfgeschwister erkennen sich am Geruch.

Außerdem können Hunde die Richtung eines Geruchs erkennen. Stellen Sie sich das so vor, wie sie beim Hören zwischen Links und Rechts unterscheiden können. Über dieses Stereo-Hören wissen Sie, woher ein Geräusch kommt.

Hunde können auch bei Gerüchen zwischen links und rechts unterscheiden. Darüber hinaus können Hunde ihre Nasenlöcher unabhängig voneinander bewegen und Gerüche so noch besser identifizieren. So können Hunde Spuren folgen.

Geruchssinn: Wie viel besser riecht ein Hund im Vergleich zum Mensch?

Geruchssinn: Wie viel besser riecht ein Hund im Vergleich zum Mensch?

Falls der Hund den Geruchssinn verliert

Der Geruchssinn des Hundes unterscheidet sich also sehr deutlich von jenem des Menschen. Der Hund nimmt Gerüche sehr viel besser wahr als Menschen.

Spielerisch können Sie den Geruchssinn Ihres Lieblings zum Beispiel mit einem Schnüffelteppich trainieren.

Jeder Hunde nimmt Gerüche auf verschiedene Arten auf und verarbeitet diese Informationen im Gehirn. Dieser Vorteil wird jedoch zum entscheidenden Nachteil, wenn ein Hund den Geruchssinn verliert.

Während ein Mensch relativ leicht mit dem Verlust des Geruchssinns umzugehen lernt, verliert ein Hund viel von seinem Lebensinhalt. Hunde können sich dann nur schwer in der Umgebung orientieren.