Wie lange kann ich meinen Hund alleine lassen?

Nicht immer ist es möglich, den Hund bei sich zu haben. Manchmal ergeben sich einfach Situationen, in denen man gezwungen ist, den Vierbeiner zuhause zu lassen.

Doch für wie lange kann man einen Hund alleine lassen?

Wie lange kann ich meinen Hund alleine lassen?

Wie lange kann ich meinen Hund alleine lassen?

Kurz gesagt, es gibt keine generelle Regel, wie lange ein Hund alleine bleiben darf. Wie bei vielen anderen Dingen auch, hängt das ganz vom Hund, seiner Persönlichkeit und seinem Alter ab.

Unsere Hunde lieben uns abgöttisch und würden uns am liebsten überall hin folgen.

Sie begleiten uns beim Sport, gehen mit uns spazieren und fahren mit in den Urlaub. Manche Hunde sitzen auch im Restaurant neben ihrem Frauchen oder Herrchen. Viele Hunde dürfen sich sogar im Büro breitmachen.

Ein Welpe muss sich eingewöhnen

Wenn Sie einen Welpen zu sich nach Hause holen, dürfen Sie das Tier in keinem Fall alleine lassen. Das gilt auch nur für ein paar Minuten.

Bisher war der Welpe von seiner Mutter umsorgt. Und auch die Geschwister waren immer in der Nähe, haben mit ihm gekuschelt und gespielt.

Nun muss er sich an sein neues Zuhause gewöhnen. Alles ist fremd. Er muss ohne seine “Familie” auskommen.

Gerade die erste Zeit ist daher jene Zeit, die er benötigt um Vertrauen zu fassen. Er muss sein neues Umfeld und seine Menschen kennenlernen und auch lernen, ihnen zu vertrauen.

Als Faustregel dürfen Hunde 4 Stunden alleine sein

Als Faustregel dürfen Hunde 4 Stunden alleine sein

Der Kleine leidet, wenn er alleine ist

Deshalb ist es sehr wichtig, das Tier während dieser Eingewöhnungsphase nicht sich selbst zu überlassen.

Welpen haben kurze Wach- und Schlafphasen. Würde er für längere Zeit alleine sein, wacht er immer wieder auf und möchte durch Jaulen und Winseln seinem Rudel zeigen, dass er hier ist.

Doch niemand würde auf sein Wehklagen reagieren. So kann niemals wirklich Vertrauen aufgebaut werden. Dazu muss sich der Welpe regelmäßig lösen. Auch das wird damit zum Problem.

Hat sich der Kleine gut eingewöhnt, kann man langsam beginnen, ihn auch an das Alleinsein zu gewöhnen.

Üben Sie das Alleinsein

Ideal ist es ganz langsam zu beginnen. Verlassen Sie einfach kurz ohne ein Wort und ohne große Gesten den Raum. Schließen Sie die Tür und kommen Sie dann einfach wieder.

Auch dann sollte man kein Aufsehen darum machen. Sie sollten so oft wie möglich für kurze Zeit den Raum verlassen, um etwa nach einer Minute wieder zu erscheinen.

So merkt der Welpe, dass es völlig normal ist, dass sein Mensch ihn kurz verlässt. Er kommt ja wieder.

Viele Hundehalter tendieren dazu, den Welpen anfangs überall hin mitzunehmen, sogar auf die Toilette. Machen Sie das nicht.

Denn damit machen Sie bereits den ersten Schritt, um dem Hund zu lehren, dass er nicht überall dabei sein kann.

Nicht jeder Hund ist gleich

Allerdings gibt es Tiere, die sehr starke Verlustängste verspüren. Mit ihnen gestaltet sich die Angelegenheit deutlich schwieriger.

Sie beginnen sofort zu winseln und Terror zu schlagen. Hier ist es hilfreich, den Kleinen einfach völlig unbeachtet zu lassen und laufend zwischen den einzelnen Räumen und vielleicht dem Garten hin und her zu gehen.

Irgendwann wird der Welpe aufhören, Ihnen zu folgen. Er lernt, dass er Ihnen nicht auf Schritt und Tritt folgen muss.

Allerdings müssen Sie sich auf eine längere Wartezeit einstellen. Es kann dauern, bis der Welpe seine Lektion gelernt hat.

Alleine lassen trainieren

Ist der Welpe dann soweit, dass er kurze Phasen des Alleinseins akzeptiert, können Sie den nächsten Schritt setzen.

Verlängern Sie die Zeiten, in denen Sie die Räumlichkeiten verlassen. Sie können dann in der Folge auch das Haus verlassen und davor eine Weile warten.

Beginnt der Hund zu jammern, beachten Sie ihn nicht und machen Sie sich auch nicht bemerkbar. Wird der Hund dann ruhiger, gehen Sie hinein und loben ihn.

Verzichten Sie nach wie vor auf großartige Begrüßungen.

Falls Sie Ihren Hund von unterwegs sehen und belohnen wollen, gibt es spezielle Leckerli-Automaten mit Kamera und Handy-App.

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Lassen Sie Ihren Hund nie zu lange alleine

Bis der Welpe etwa ein halbes Jahr alt ist, sollten Sie dieses Training konsequent fortsetzen und das Tier wirklich nur kurz alleine lassen.

Ab diesem Zeitpunkt bis zu rund eineinhalb Jahren, wird die Zeit langsam aber sukzessive erhöht.

Allerdings sollte er noch immer nicht über Stunden alleine sein. Erst wenn das Tier ausgewachsen ist, kann es auch mal für längere Zeit alleine bleiben.

Als Faustregel gilt etwa vier Stunden.

Eher früher als später muss Ihr Hund sowieso zum Gassi gehen raus, auch wenn Sie für Notfälle ein Hundklo in der Wohnung haben.

Der Hunde-Charakter spielt eine Rolle

Allerdings muss hier dazu gesagt werden, dass es beim erwachsenen Hund von vielen Faktoren abhängt.

  • Zum einen spielt die Rasse nicht selten eine Rolle. Einige Hunde bleiben problemlos alleine, andere hassen es.
  • Dazu kommt der Charakter jedes einzelnen Tieres und natürlich das Verhältnis zum Hundehalter.
  • Ein weiterer wichtiger Punkt ist, ob es sich um ein Einzeltier handelt oder ob in der Familie noch weitere Hunde leben.

Wägen Sie gut ab, was Sie Ihrem Hund zumuten möchten. Schließlich ist es am wichtigsten, dass es Ihrem Hund gut geht und er glücklich ist.

Gleichzeitig müssen Sie natürlich nicht alle Aktivitäten dem Willen Ihres Hundes unterordnen.

Hunde dürfen nicht überall dabei sein, wie in diesem Cafe

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Nicht jeder Hund bleibt alleine

In der Regel erkennen Sie sehr rasch, ob der Hund sich zu Hause alleine wohl fühlt oder nicht.

Es gibt Vierbeiner, die seelenruhig schlafen, bis Frauchen oder Herrchen wieder auftauchen. Es gibt aber auch jene Tiere, die alles zerstören, den Müll ausräumen oder jämmerlich jaulen oder bellen.

Nicht selten führt letzteres Verhalten zu schweren Problemen in Mietwohnungen. Nicht nur die Nachbarn sind dann arm dran. Vor allem leidet der Vierbeiner, der offensichtlich nie gelernt hat, dass sein Rudelführer ihn nicht im Stich lässt.

Im Rudel fällt das Warten leichter

Unsere drei Hunde sind völlig unterschiedlich.

Unser Podenco war vom ersten Tag an problemlos. Er war eineinhalb Jahre lang und kam direkt aus Spanien zu uns.

Alleinsein hat nie jemand mit ihm geübt. Er legt sich hin und verschläft schon mal einen Vormittag alleine.

Er hat einfach ein unerschütterliches Vertrauen uns bald wieder zu sehen.

Unsere beiden anderen Hunde wollen nie völlig alleine bleiben.

Allerdings ist es keinerlei Problem, wenn sie zu zweit oder zu dritt zu Hause sind. Mit ihnen haben wir das ausführlich geübt, dennoch bevorzugen sie stets Gesellschaft.

Sie sehen also, es ist vom Tier abhängig und sie müssen sich gut überlegen wie lange und wie oft sie ihr Tier wirklich alleine lassen möchten.