Hilfe, mein Hund frisst nicht mehr, Tipps bei wenig Appetit Ihres Hundes

Ein gesunder Hund frisst gerne und freut sich auf seine regelmäßige Mahlzeit.

Im Laufe eines Hundelebens kann es allerdings vorkommen, dass der Vierbeiner seine Nahrung verweigert oder nur sehr mäßig frisst. Die Gründe dafür sind vielfältig und müssen nicht zwingend mit einer Erkrankung zusammenhängen.

Hilfe, mein Hund frisst nicht mehr, Tipps bei wenig Appetit Ihres Hundes

Hilfe, mein Hund frisst nicht mehr, Tipps bei wenig Appetit Ihres Hundes

Heikel oder krank?

Vor rund einem Jahr zog ein Border Collie-Welpe zur Familie meiner Schwester. Es dauerte nicht lange und ich erhielt täglich mindestens einen Telefonanruf: „Percy frisst schon wieder nicht!“

Der kleine Rüde war sehr zögerlich, was die Nahrungsaufnahme betraf. Meine Schwester arbeitete mit sämtlichen Tricks und war der Verzweiflung nahe.

Die Futternäpfe aus Edelstahl wurden gegen Keramiknäpfe getauscht. Das Trockenfutter wurde mal mit Wasser aufgeweicht, mal mit Feuchtfutter gemischt, dann wieder gewechselt.

Doch Percy war alles egal. Zumeist ließ er eine Mahlzeit am Tag völlig aus. Selbst das Training mit Percy wurde zum Problem, denn Leckerlies waren uninteressant.

Der Tierarzt wurde hinzugezogen. Er gab Entwarnung. Percy war völlig gesund, er sei halt einfach ein „schlechter Esser“.

In der Zwischenzeit ist man bei Futtersorte Nummer vierzehn angelangt. Er frisst mehr schlecht als recht, ist aber trotzdem ein fitter, gesunder Hund.

Ich kann dieses Problem absolut nicht nachvollziehen. Meine Jungs fallen täglich zweimal über ihre Näpfe her, als hätten sie schon Tage nichts mehr bekommen. Wenn einer der Drei nicht fressen will, dann ist er definitiv krank.

Ein gesunder Hund sollte gerne fressen

Futter dient in erster Linie der Energiegewinnung. Manch Vierbeiner frisst daher nur so viel, wie er gerade benötigt.

Verlassen Sie sich aber nicht darauf. Nicht jeder Hund weiß, wann er genug hat. Andere Hunde verwehren das Futter, weil es schlichtweg nicht schmeckt.

Ebenso sensibel können die Tiere auf Futterwechsel reagieren. Wenn ein Tausch nicht notwendig ist, sollten sie daher beim gewohnten Futter bleiben.

Nicht zu unterschätzen sind auch psychische Faktoren. Hunde trauern ebenso wie wir Menschen. Deshalb kann es vorkommen, dass der Hund mit Futterverweigerung auf den Verlust eines geliebten Familienmitglieds reagiert.

Hier reichen oft ein paar Urlaubstage aus. Offensichtlich hängt eine schlechte Futteraufnahme auch mit der Hunderasse zusammen.

Durch die Probleme mit Percy haben wir mit verschiedenen Border Collie-Besitzern gesprochen, die beinahe alle ähnliche Probleme kannten. Der Border einer Nachbarin begann erst normal zu fressen, als die Familie einen zweiten Hund zu sich nahm.

Auch Hunde haben nicht immer Appetit

Das Fressverhalten unserer Vierbeiner kann ebenso wie beim Menschen auch mit den Temperaturen zusammenhängen. In der heißen Jahreszeit fressen viele Tiere weniger, trinken dafür umso mehr.

Auch die Hormone können sich auf die Nahrungsaufnahme auswirken. Hündinnen, die läufig sind, fressen meist schlechter, ebenso wie scheinträchtige.

Bei jungen Hunden kann der Zahnwechsel daran schuld sein, dass das Futter im Napf bleibt. Wie bei Menschenbabys ist der Zahnwechsel für die kleinen Hunde unangenehm und sie vermeiden das Kauen.

Auch Stress kann ein Auslöser dafür sein, dass unser Hund keinen Appetit mehr hat. Das passiert etwa bei einem Umzug, bei einer Reise oder auch bei familiären Veränderungen.

Wenn Sie besorgt sind und nicht wissen, was mit ihrem Tier los ist, versuchen sie ihm sein Lieblingsleckerlie anzubieten. Frisst er dieses, dürfte die Situation halb so schlimm sein.

Ab zum Tierarzt

Kommen allerdings zur Fressunlust Erbrechen, Durchfall oder Apathie hinzu, dann heißt es ab zum Tierarzt.

Appetitlosigkeit kann ein Anzeichen für Beschwerden im Verdauungstrakt sein, aber auch schwerwiegende Erkrankungen ankündigen. Eine Verletzung, die nicht offensichtlich ist, hindert die Vierbeiner oft am Fressen.

Ein gar nicht so seltener Grund, vor allem bei älteren Hunden, sind Zahn- oder Zahnfleischprobleme. Auch diese müssen vom Tierarzt abgeklärt werden.

Zahnfleischentzündungen sind schmerzhaft und der Hund vermeidet es, zu kauen. Oft hilft es hier, das Futter fein zu pürieren. Auch ein abgebrochener Zahn kann große Probleme bereiten und eine tierärztliche Behandlung erfordern. Aus diesen Gründen sollten Sie die Zähne und das Zahnfleisch Ihres Lieblings laufend kontrollieren und auch an regelmäßige Zahnpflege denken.

Ganz wichtig ist in jedem Fall: je gelassener und ruhiger Sie an die Sache herangehen, desto besser für Ihren Hund.