Warum dürfen Hunde keine Schokolade essen?

Filou war im Wohnzimmer und benahm sich irgendwie ungewöhnlich. Mitten auf dem hellen Teppich befand sich eine dunkle Masse – Erbrochenes.

Petra konnte sich keinen Reim darauf machen, was passiert war, bis sie die leere Schachtel sah.

Mein Hund hat Schokolade gefressen, ist sie wirklich giftig?

Mein Hund hat Schokolade gefressen, ist sie wirklich giftig?

Filou ist ein kleiner, frecher Spitzmischling. Er lebt noch nicht lange bei Petra, seiner Besitzerin. Sie hatte ihn zu sich genommen, weil die Alternative das Tierheim gewesen wäre.

Sie kannte also noch nicht alle seine Macken. Welche das waren, musste sie kürzlich erfahren.

Dabei war es ein ganz normaler Nachmittag, an dem Petra vom Büro nach Hause kam. Doch diesmal war etwas anders. Filou stürzte nicht wie ein Verrückter auf sie zu um sie zu begrüßen oder besser gesagt um sie zu maßregeln, dass sie ihn schon wieder alleine gelassen hatte.

Schokolade kann für Hunde tödlich sein

Auf dem Tisch hatte eine Packung Pralinen gestanden. Diese Schachtel lag nun in ihre Einzelteile zerlegt unter dem Tisch. Von den Pralinen war nichts mehr zu sehen, bis auf ein paar Schokospuren auf dem Boden.

Noch während Petra überlegte, was zu tun sei, übergab sich Filou ein weiteres Mal. Danach schwankte er zur Wasserschüssel. Er leerte sie komplett und legte sich danach auf sein Lieblingsplätzchen.

Der Tierarzt gab zum Glück Entwarnung. Die Menge an Schokolade, die Filou zu sich genommen hatte, lag noch in einem Bereich, der nicht gefährlich war.

Positiv war auch, dass er bereits erbrochen hatte. Dennoch wurde sicherheitshalber eine entsprechende Behandlung eingeleitet.

Seitdem befindet sich Schokolade bei Petra nur noch in verschlossenen Kästen.

Schokolade ist giftig für Hunde

Filou hatte großes Glück, denn Schokolade ist für Hunde giftig. Darum dürfen Hunde keine Schokolade essen.

Der Grund dafür ist das enthaltene Theobromin. Es wirkt auf das zentrale Nervensystem der Tiere.

Kakao enthält Theobromin

Kakao enthält Theobromin

Zunächst sind die Symptome nicht auffällig. Es kommt zu Erbrechen und Durchfall. Viele Hunde verspüren auch einen stärkeren Harndrang und werden unruhig. Sie trinken ungewöhnlich viel.

In schweren Fällen kommt es zu Krampfanfällen, Erhöhung des Blutdrucks und der Pulsfrequenz. Der Hund zittert, ist unruhig und hat Atemprobleme. Die Symptome können letztendlich zum Tod des Tieres führen.

Symptome sind zunächst nicht auffällig

Die ersten Symptome treten meist innerhalb von zwei bis vier Stunden nach der Einnahme auf. Allerdings kann auch eine geringe Menge an Schokolade, die aber regelmäßig gefüttert wird gefährlich für Ihr Tier sein.

Das Theobromin wird nur sehr langsam vom Hundekörper abgebaut und durch eine laufende Zufuhr sammelt es sich im Körper an.

Dies kann zu Haarausfall führen oder den Hund anfälliger für Wurmbefall machen. Letztendlich kann auch diese langfristige Gabe zum Tod führen.

Theobromingehalt in Schokolade

Theobromingehalt in Schokolade

Die Giftwirkung hängt von vielen Faktoren ab

Wie und wie stark der Hund reagiert, hängt von vielen Faktoren ab. Dazu gehören das Alter, das Gewicht des Tieres, die Menge an Schokolade, die der Hund gefressen hat, und natürlich auch die Art der Schokolade.

Der Theobromingehalt der einzelnen Schokoladensorten ist sehr unterschiedlich.

Weiße Schokolade ist im Vergleich ungefährlich. Sie enthält kaum Theobromin. Bei Vollmilchschokolade sollte schon Vorsicht geboten sein, während Zartbitter schon tödlich sein kann.

Grundsätzlich gilt, je mehr Kakao enthalten ist, desto gefährlicher die Schokolade.

Als Hilfestellung gilt folgende Regel:

150 g Milchschokolade,
15 g dunkle Schokolade mit 70 Prozent oder
10 g Blockschokolade
pro Kilogramm Körpergewicht wirken giftig.

Ist Hundeschokolade auch giftig?

Spezielle Hundeschokolade ist übrigens keine wirkliche Alternative. Gewöhnen Sie Ihrem Liebling am besten erst gar nicht an Schokolade fressen zu können.

Hundeschokolade enthält zwar einen reduzierten Kakaoanteil und damit viel weniger Theobromin. Zum großen Teil besteht diese Schokolade aus Zucker. So ist es kein Wunder, dass Hunde dieses Leckerli sehr gerne annehmen.

Allerdings hat der hohe Zuckeranteil natürlich Auswirkungen auf die Zähne und damit die langfristige Gesundheit Ihres Vierbeiners. Es gibt gesündere Varianten als Belohnung, zum Beispiel als selbst gemachte Hundekekse.

Die enthalten dann viel weniger Zucker und garantiert kein Theobromin.

Vergiftung beim Hund, Reagieren Sie schnell

Optimal ist es daher, wenn Sie Ihrem Hund absolut keine Schokolade geben.

Bei Hunden, die sich gerne mal selbst bedienen, sollten Sie Ihre süßen Vorräte gut verstecken, damit Ihr Hausgenosse gar nicht in die Verlegenheit kommt.

Natürlich kann es immer wieder mal vorkommen, dass ein Hund an Schokolade kommt. Ist die Menge im bedenklichen Bereich, zögern Sie nicht Ihr Tier zum Tierarzt zu bringen.

Ist das im Moment nicht möglich, versuchen Sie den Hund zum Erbrechen zu bringen. Danach können Sie Aktivkohletabletten geben, die in keiner Hundeapotheke fehlen sollten.

Diese Kohletabletten binden Gift und verhindern, dass es vom Körper aufgenommen wird.

Trotz dieser Erste-Hilfe-Maßnahmen sollten Sie versuchen, den Tierarzt so rasch wie möglich zu erreichen. Je früher eine Behandlung eingeleitet wird, desto besser die Prognose.