Welche Inhaltsstoffe darf Hundefutter nicht enthalten?

Die Inhaltsstoffe auf den Etiketten des Hundefutters sind ebenso irreführend wie bei Lebensmitteln. Als informierte Hundehalterin sollten Sie die Etiketten also lieber zweimal lesen.

Häufig täuschen wohlklingende Namen über zweifelhafte Inhaltsstoffe hinweg.

Lobby und Industrieverbände kämpfen bewusst für schleierhafte Bezeichnungen. Für mich grenzen die Inhaltsstoffe häufig an Etiketten-Schwindel.

Analytische Bestandteile von Hundefutter

Dabei verwirren gesetzliche Mindestanforderungen eher. Denn nicht jeder weiß, was sich hinter diesen „Roh“-Zutaten verbirgt:

  • Rohasche
  • Rohprotein
  • Rohfaser
  • Rohfett

Das sind die sogenannten analytische Bestandteile von Hundefutter. Diese haben allerdings eher eine theoretische Aussagekraft. Über das Verhältnis der Inhaltsstoffe sollen die Zusammensetzung des Hundefutters vergleichbar werden.

Inhaltsstoffe von Hundefutter

Inhaltsstoffe von Hundefutter

Im Folgenden beschreiben wir diese vier Inhaltsstoffe.

Was ist Rohasche im Hundefutter?

Rohasche sieht auf den ersten Blick am widerlichsten aus.

Allerdings stimmt die Vermutung nicht, dass tatsächlich Asche oder Verbrennungsrückstände als billiges Füllmaterial beigemengt werden.

Der Begriff Rohasche ist ein hypothetischer Wert. Damit wird angegeben, welche Menge an Mineralstoffen übrig bleiben würde, wenn das Futter verbrannt würde.

Achten Sie auf einen Rohasche-Anteil unter 4 %. Ein höherer Wert deutet auf minderwertige Zutaten im Hundefutter hin.

Rohprotein im Hundefutter

Klingt Rohprotein in Ihren Ohren fast so gut, wie Rohkost oder rohes Fleisch?

Schön wäre es. Proteine bezeichnen lediglich Eiweißverbindungen. Allerdings bedeutet das nicht, dass dieses Rohprotein aus feinsten Rindersteaks besteht.

Außerdem können Sie aus dieser Pflichtangabe nicht darauf schließen wie verwertbar die Proteine für Ihren Hund sind.

Hundefutter deren Zusatzstoffe damit getarnt sind sollte lieber nicht für eine gute und ausgewogene Hundeernährung gelten.

Was bedeutet Rohfaser im Hundefutter?

Der unverdauliche Anteil an pflanzlichen Bestandteilen wird als Rohfaser angegeben. Da Hunde sehr wenige Ballaststoffe in der täglichen Nahrung benötigen, sollte der Anteil unter 4 % liegen.

Rohfasern werden besonders bei Diätfutter für übergewichtige Hunde hinzugesetzt. Damit steigt der Futteranteil, der nicht vom Verdauungstrakt verwertet werden kann.

Was ist Rohfett im Hundefutter?

Rohfett ist ebenfalls ein theoretischer Wert. Er sagt nichts über die Qualität des Hundefutters aus.

Gemeint ist nicht die Speckschicht eines Schweinebauchs in Metzgerqualität. Sondern Rohfett ist die Summe der Fette, die chemisch aus dem Futter gelöst werden könnte.

Ersparen wir uns die ekligen Details, welche Fettreste zum Beispiel in Großküchen und Imbissbuden anfallen. Gegen hochwertige Öle spricht jedoch nichts, wie sie beim Barfen gefüttert werden.

Bedenkliche Inhaltsstoffe: Welche Inhaltsstoffe darf Hundefutter nicht enthalten?

Bedenkliche Inhaltsstoffe: Welche Inhaltsstoffe darf Hundefutter nicht enthalten?

Inhaltsstoffe, die nicht enthalten sein sollten

Gestrecktes Hundefutter können Sie leicht an den folgenden Inhaltsstoffen erkennen.

Nicht im Hundefutter enthalten sein sollen:

  • Geschmacksverstärker, wie zum Beispiel Glutamat, Mononatriumglutamat, Hefeextrakt
  • Fettzugaben
  • Getreide, wie Weizen, Soja oder Mais
  • Milchprodukte
  • Tierkörpermehl, Tiermehl
  • Tierische Nebenerzeugnisse, dahinter verstecken sich minderwertige Abfälle aus der Schlachtindustrie
  • pflanzliche Nebenerzeugnisse
  • Molkereierzeugnisse
  • Bäckereierzeugnisse

Mit E-Nummern sind diese bedenklichen Zusätze gekennzeichnet:

  • Farbstoffe
  • Aromastoffe
  • Konservierungsstoffe
  • Lockstoffe
  • Appetitanreger

Pflanzliche Nebenerzeugnisse im Hundefutter

Grundsätzlich können Sie bei „Nebenerzeugnissen“ vermuten, dass es sich um Müll handelt.

Das muss kein schlechter Müll sein. Denn zu den pflanzliche Nebenerzeugnissen zählen auch Maiskolben eines Bauern, die nicht zu Popcorn oder Polenta verarbeitet wurden.

Grob gesagt sind pflanzliche Abfälle aus der Landwirtschaft meist Getreide oder Gemüse. Als Lebensmittel haben sie es nicht geschafft.

Wobei es keineswegs an mangelnder Qualität liegen muss. Vielleicht liegt der Grund in einer saisonalen Überproduktion.

Etwas anders sieht es bei pflanzlichen Nebenerzeugnissen aus, die industriell anfallen. Darunter fallen Stroh, Zuckerrübenschnitzel, Presskuchen von Ölmühlen oder Erdnussschalen.

In diesen Fällen würde ich davon ausgehen, dass Futtermittelhersteller den billigsten Weg suchen das Hundefutter zu strecken.

Reichhaltige Zutaten und gesundes Hundefutter sind also Pflicht für jeden Hundehalter.