Hundegehör: Wie gut hören Hunde?

Hunde haben ein hervorragendes Gehör. So heißt es zumindest. Doch wie viel besser hört der Hund denn nun wirklich im Vergleich zum Menschen?

Diese Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten. Natürlich können wir Messwerte und die Empfindlichkeit für Frequenzen vergleichen. Auch mit dem Aufbau des Hundegehörs werden wir uns beschäftigen.

Das Hundegehör hat jedoch zwei Besonderheiten. Und deshalb ist ein Vergleich mit dem menschlichen Gehör nicht einfach.

Wie viel besser können Hunde hören?

Vielleicht ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass Ihr Vierbeiner bereits unruhig ist oder meldet, bevor Sie auch nur irgendetwas hören.

Hunde verfügen über verschiedene Sinne, um sich im Leben zurechtzufinden. Die Sinne sind jedoch anders gewichtet als bei Menschen.

Während für uns Menschen der Sehsinn von größter Bedeutung ist, ist dieser beim Hund eher zweitrangig. Bei ihm sind vor allem die Nase und das Gehör deutlich wichtiger für den Alltag.

Beginnen wir zunächst mit den Grundlagen des Hundegehörs.

Hundeohren sind aufgebaut wie menschliche Ohren

Auf den ersten Blick sind Hundeohren sehr unterschiedlich. So gibt es hängende oder stehende Ohren, große oder kleine Ohren. Jede Rasse hat ihre spezifische Ohrform.

Anatomisch gesehen sind jedoch alle Hundeohren gleich. Das Hundeohr besteht aus drei Teilen, ebenso wie das menschliche Ohr:

  1. Äußeres Ohr
    Ohrmuschel und Gehörgang gehören zum äußeren Ohr.
  2. Mittelohr
    Das Mittelohr besteht aus mehreren kleinen Knöchelchen und dem Trommelfell.
  3. Innenohr
    Im Innenohr befindet sich die Gehörschnecke und das Gleichgewichtsorgan.

Wie funktioniert das Hundegehör?

Über die Ohrmuschel dringen Geräusche durch den Gehörgang bis zum Trommelfell, einer Membran. Die Schallwellen werden von ihm aufgefangen und ins Mittelohr weitergeleitet.

Hier befinden sich Hammer, Amboss und Steigbügel, kleine Knöchelchen, die die Töne verstärken und weitergeben ins Innenohr.

Gehörschnecke und Gleichgewichtsorgan sind mit Flüssigkeit gefüllt. Sie übertragen die nun erhaltenen Schwingungen über den Hörnerv ans Gehirn.

Hundegehör: Wie gut hören Hunde?
Hundegehör: Wie gut hören Hunde?

Hörbereich von Hunden

Damit wird klar, dass ein Hund auf dieselbe Art hören kann, wie der Mensch. Das Hören und Verarbeiten eines Geräuschs funktioniert bei beiden Lebewesen gleich.

Trotzdem gibt es große Unterschiede. So hören Hunde Frequenzen, die wir überhaupt nicht wahrnehmen können.

Denken wir nur an eine Hundepfeife. Für uns ist sie nicht erkennbar. Hunde reagieren jedoch darauf, weil sie die extrem hohen Töne hören können.

Hunde hören den Frequenzbereich von 15 bis 50.000 Hertz (50 Kilohertz). Während Menschen nur Frequenzen zwischen etwa 20 und 20.000 Hertz hören können.

Die Einheit Hertz gibt die Anzahl der Schwingungen pro Sekunde an. Mit zunehmendem Alter sinkt der hörbare Frequenzbereich.

Die menschliche Sprache liegt im Bereich von 150 bis 5.000 Hertz. Hundepfeifen erzeugen Töne im Frequenzbereich von 16 bis 22 Kilohertz.

Selektives Hören

Ein weiterer großer Unterschied ist das Vermögen des Hundes selektiv zu hören.

Das heißt, Hunde können aus einer Vielzahl an Geräuschen, die wichtigen Geräusche herausfiltern. Den Rest blenden sie einfach aus..

So kann es in der Umgebung mancher Hunde noch so laut sein, das Klappern der Futterschüsseln hören sie immer.

Warum dreht der Hund seine Ohren?

Doch es gibt noch einen bedeutenden Unterschied zwischen Hunde- und Menschenohr.

Um Geräusche besser im Raum orten zu können, können Hunde beide Ohren unabhängig voneinander bewegen.

Bei Tieren mit Stehohren können Sie das besonders gut beobachten.

Hund dreht Ohren, um Geräusche genau zu orten
Hund dreht Ohren, um Geräusche genau zu orten

Doch funktioniert es bei Schlappohren genauso gut. Für diese Bewegungen zeichnen 17 verschiedene Muskeln verantwortlich. Diese besondere Fähigkeit ist gerade beim Jagen unerlässlich.

Für uns Menschen ist es wichtig, weil uns der Hund dadurch hören und orten kann, auch wenn er uns gar nicht sieht.

Auf den ersten Blick denken Sie nun vielleicht, dass Hunde besser hören als wir Menschen. Das tun sie jedoch nicht wirklich. Sie hören ganz einfach anders als wir.

Daran sollten wir im Alltag mit unseren Vierbeinern denken.

Wie viel lauter hören Hunde als Menschen?

Durch ihre Fähigkeit Töne außerhalb unseres Frequenzbereichs zu hören, erschrecken sich Hunde leichter oder lassen sich gerne ablenken.

Hunde sind geräuschempfindlich aber auch lärmempfindlich. Laute Geräusche empfinden sie deutlich früher als unangenehm. Das sorgt für Stress beim Hund.

Darauf sollten Sie im Umgang mit Ihrem Hund achten und Lärm unbedingt vermeiden.

Ultraschall gegen Hunde

Diesen Zusammenhang nutzen Ultraschall-Geräte aus, die gegen Hunde eingesetzt werden. Solche Geräte werden als Repeller oder Hundeschreck verkauft.

Über die Sinnhaftigkeit lässt sich streiten. Diese Geräte erzeugen einen lauten Ton, jenseits der menschlichen Hörgrenze von 20 kHz.

Für Menschen ist der Ton nicht zu hören. Hunde nehmen den Ton problemlos wahr. Und der hohe Schallpegel ist für sie extrem unangenehm. Sie können sich das ungefähr so vorstellen, als würden Sie neben einem startenden Flugzeug stehen.

Verändern Sie die Stimmlage

Der Hund vermag an unserer Tonlage zu erkennen, wie es uns geht. Das ist auch der Grund, warum sie auf unsere Stimmungen reagieren. Der Hund merkt also auch ganz genau, wenn wir uns freuen aber natürlich auch wenn wir sauer auf ihn sind.

Hört der Hund nicht sofort auf ein Kommando ist Anschreien nicht das Mittel der Wahl. Versuchen Sie es doch dann ganz einfach mit einer anderen Stimmlage.

Rufen Sie Ihr Tier doch einfach ein wenig freundlicher, damit es gerne zu Ihnen kommt.

Im Alter kann das Hundegehör nachlassen

Wird Ihr Hund älter und beginnt Kommandos nicht mehr sofort auszuführen, denken Sie daran, dass auch das Hundegehör schlechter werden kann. Vielleicht hört Ihr Hund Sie einfach nicht mehr so gut.

Tierärztin untersucht Hundegehör mit Otoskop
Tierärztin untersucht Hundegehör mit Otoskop

Kombinieren Sie deshalb rechtzeitig Hör- und Sichtzeichen, dann ist das selbst im Seniorenalter kein Problem. Lässt ein Sinn nach, so werden ganz einfach die anderen Sinne intensiver genutzt.

Pflege des Hundeohrs

Große Pflege benötigen Hundeohren nicht. Denn im Normalfall reinigen sich die Ohren selbst.

Allerdings sollten Sie die äußeren Ohren immer wieder mit einem kurzen Blick prüfen. So können Sie Erkrankungen oder Parasitenbefall rechtzeitig erkennen.

Gelegentlich kann es auch notwendig werden, das Ohr ein wenig zu reinigen. Verwenden Sie dafür jedoch bitte niemals Wattestäbchen, auch keine Wattestäbchen für Säuglinge.

Es reicht vollkommen aus, wenn Sie die äußeren Teile des Ohrs mit einem feuchten Tuch reinigen. Für die Ohrgesundheit ist das im Normalfall genug Pflege.

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