Erkennen sich Hunde im Spiegel? Und was sehen sie im Spiegelbild

Frisieren, rasieren oder schminken, wäre ohne einen Spiegel als Hilfsmittel undenkbar.

Für uns Menschen ist der Blick in den Spiegel eine Selbstverständlichkeit. Wir erkennen uns darin, sehen unsere positiven Seiten und manchmal auch den ein oder anderen Makel.

Erkennen sich Hunde im Spiegel? Und was sehen sie im Spiegelbild

Erkennen sich Hunde im Spiegel? Und was sehen sie im Spiegelbild

In der Tierwelt sind Spiegel unnötig. Dennoch gibt es Tiere, die im Spiegel ihr eigenes Ebenbild erkennen können. Dazu zählen Elefanten, Menschenaffen und Delfine.

Aber wie sieht es aber mit unseren Lieblingshaustieren, den Hunden aus? Können sich Hunde im Spiegel erkennen?

Warum bellt Hund sein Spiegelbild an?

Als wir vor Jahren unseren Alonso nach Hause holten, hatte er eine schlimme Zeit auf Spaniens Straßen und danach im Tierheim hinter sich. Angst und Unsicherheit waren vorprogrammiert.

Womit wir damals aber nicht gerechnet haben, war die Tatsache, dass jede Glasscheibe und jeder Spiegel in den ersten Tagen zur Mutprobe wurde. Er erschrak regelmäßig, sprang nach hinten und begann zu zittern und aufgeregt zu bellen.

Warum bellen Hunde ihr Spiegelbild an?

Warum bellen Hunde ihr Spiegelbild an?

Wir mussten sogar den Spiegel im Flur abhängen, um die Situation zu entschärfen. Mit viel Geduld und Zuneigung hat sich dieses Verhalten verändert und der Spiegel war keine Bedrohung mehr.

Sehen sich Hunde im Spiegel?

Vielleicht kennt ja der eine oder andere Hundebesitzer diese Situation aus eigener Erfahrung. Der Hund gebärdet sich wie verrückt, wenn er in den Spiegel schaut. Welpen sitzen oft lange davor und drehen verwundet den Kopf.

Der Grund für ein derartiges Verhalten ist, dass sich Hunde im Spiegel nicht erkennen können. Sie sehen schlichtweg einen fremden Artgenossen.

Ist der Hund von Grund auf ängstlich und kennt Spiegel oder reflektierende Flächen noch nicht, kann das zu unerwarteten Reaktionen führen.

Rasch lernen sie jedoch, dieses Spiegelbild zu ignorieren. Der „Fremde“ stellt dann keine Bedrohung mehr dar.

Der Gallup-Spiegeltest und das Ich-Bewusstsein

Um festzustellen, ob ein Tier sich im Spiegel sehen kann, existiert ein eigener Test. Dieser Spiegeltest wurde von Gordon G. Gallup entwickelt. Er wendete ihn bei Schimpansen an.

Dazu wird ein Merkmal am Körper des Tieres angebracht. Meist ist es ein Farbpunkt. Dieser Punkt kann vom Tier nur durch einen Blick in den Spiegel erkannt werden. Eine klassische Position ist etwa die Stirn.

Sehen sich Hunde im Spiegel?

Sehen sich Hunde im Spiegel?

Beginnt das Tier nun beim Blick in den Spiegel darauf zu reagieren, indem es etwa versucht, den Punkt loszuwerden, gilt als bewiesen, dass sich das Tier im Spiegel erkennt.

Diese Selbstwahrnehmung gilt für viele Wissenschaftler gleichzeitig als Bewusstsein für den eigenen Körper – also das eigene Ich.

Dieses Bewusstsein wird nun mit Denkvermögen gleichgesetzt. Das Tier ist fähig, seine Handlungen überlegt durchzuführen und nicht nur seinen Instinkten zu folgen.

Die Tatsache, dass Hunde sich im Spiegel nicht erkennen, würde nun bedeuten, dass sie nur den Ur-Instinkten folgen und somit das Überleben, Fressen und die Fortpflanzung im Mittelpunkt ihres Lebens stehen.

Hunde nehmen Artgenossen über Gerüche wahr

Jeder Hundebesitzer wird hier nun sofort ein Veto einlegen und zahlreiche Beispiele nennen können, in denen der Hund sehr wohl überlegt handelt.

Experten für Kognitionswissenschaft bestätigen das und glauben, dass der Hund sehr wohl über ein Selbstbild verfügt. Das Spiegelbild passt lediglich nicht in die Wahrnehmung des Hundes.

In der Welt von Hunden funktioniert beinahe alles über den Geruchssinn oder über Geräusche.

Wir Menschen könnten unser Gegenüber nur schwer anhand des eigenen Geruchs erkennen. Unsere Hunde aber können jeden in ihrer Umgebung lebenden Vierbeiner auch mit geschlossenen Augen nur durch Schnüffeln ausmachen.

Genau aus diesem Grund ist das Markieren eine wichtige und bedeutsame Angewohnheit unserer Hunde. Der tägliche Spaziergang wird unter anderem dadurch zur Informationsquelle wer wo und wann in der Gegend unterwegs war.

Für Hunde ist der Spaziergang also nicht nur die Möglichkeit sich zu lösen, sondern auch wichtig für das soziale Verhalten.

So lässt der Spiegeltest, der bei Hunden so gut wie immer negativ ausfällt, keine Rückschlüsse auf die Intelligenz und das Ich-Bewusstsein des Hundes zu.