Vegane Hundeernährung, ernsthafter Bio-Trend oder gefährliche Spinnerei

Viele Tierbesitzer, die sich selbst vegan ernähren, wenden dieses Lebensprinzip auch auf ihre Vierbeiner an. Doch ist das wirklich artgerechte Fütterung?

In letzter Zeit ernähren sich immer mehr Menschen ohne tierische Produkte. „Veganismus“ wird zum Trend. Der Fachhandel bietet laufend Neuerungen in dieser Richtung an und der Verzicht auf Fleisch wird leichter denn je.

Wenn Sie sich in den Regalen der veganen Supermärkte umsehen, finden Sie allerdings auch Futter für Hund und Katz. Ja, Sie lesen richtig: veganes Hunde- und Katzenfutter.

Die Ernährung des Hundes hat sich deutlich verändert

Vegane Hundeernährung

Vegane Hundeernährung

Ist vegetarisches Hundefutter ernst gemeint? Jahrzehntelang sprach die ganze Hundewelt davon, dass Hunde von den Wölfen abstammen und Fleischfresser seien.

Könnte es sich dann also nicht um einen Scherz handeln, wenn Vegetarier ihre Ernährungsgewohnheiten ihren Vierbeinern aufzwingen?

In der Natur bevorzugt er kleine bis mittelgroße, pflanzenfressende Säugetiere. Auch Fische, Vögel und Früchte, Kräuter sowie Aas und Abfälle gehören zum Speiseplan der Raubtiere.

Im Laufe der Evolution haben sich die Bedürfnisse des Haushundes jenen ihrer Besitzer angepasst und der Hund ist im Gegensatz zu seinem Vorfahren, zum Allesfresser geworden. Heute erhalten Hunde im Idealfall speziell abgestimmtes Hundefutter bester Qualität.

Hunde lehnen aber auch Obst und Gemüse nicht ab. Mein Podenco liebt Karotten und lässt dafür schon mal ein Stück Wurst links liegen. Nun muss dazu gesagt werden, dass er seine ersten Lebensmonate unter katastrophalen Bedingungen in Spanien verbracht hat und daher so ziemlich alles frisst, was ihm zwischen die Zähne kommt.

Unser Chihuahua – seit seiner Geburt stets wohlbehütet – rümpft dagegen das Näschen, wenn es um Obst oder Gemüse geht.

Vegane Fütterung kritisch hinterfragen

Wie aber sind nun die Erfahrungen und Meinungen zum veganen Futter?

Kurz gesagt, es gibt keinerlei Langzeitstudien, wie gesund oder ungesund vegane Ernährung für unsere Hunde ist.

Geht es nach der Tierschutzorganisation PETA, ist der Trend der veganen Ernährung sowohl für Mensch als auch Hund optimal. Tierärzte sind hier schon etwas skeptischer.

Vegane Fütterung kritisch hinterfragen

Vegane Fütterung kritisch hinterfragen

So müssen etwa Stoffe wie Taurin und Kalzium zugefüttert werden, damit es beim Hund zu keinen lebensbedrohenden Mangelerscheinungen kommt.

Ein Mangel an Taurin kann Herzmuskelschwäche nach sich ziehen, während der Kalziummangel zu brüchigen Knochen führen würde.

Tierärzte empfehlen daher einen Gesundheitscheck und eine Beratung bevor mit einer veganen Fütterung gestartet wird. Wenn Sie sich also für die fleischlose Variante entscheiden, sollten Sie von Zeit zu Zeit eine Blutuntersuchung bei Ihrem Liebling machen lassen. Nur so gehen Sie sicher, dass keine Unterversorgung an lebensnotwendigen Mineralien und Spurenelementen besteht.

Zwischendurch darf es mal vegan sein

Meine drei Jungs durften bereits vegane Kauprodukte versuchen. Die Kauartikel haben die Form von lustigen Igeln und Krokodilen und sie sind in unterschiedlichsten Größen erhältlich.

Bei unseren Hunden sind die veganen Teile sehr beliebt. Rind, Schaf oder Schwein bevorzugen sie aber. Ich finde die fleischlosen Kauartikel zwischendurch praktisch, denn im Vergleich zu Schweineohren, Ochsenziemer oder Rinderkopfhaut riechen sie nicht und auch der Hundekorb ist danach sauber.

Veganes Dosen- oder Trockenfutter bleibt für uns aber auch in nächster Zeit tabu. Hunde fressen nun mal gerne Fleisch. Dies sollten auch vegan lebende Hundebesitzer akzeptieren und ihren Tieren artgerechtes Futter zugestehen.

Wir Menschen können wählen, was wir essen. Doch würde sich ein Hund wohl auch für Tofu entscheiden?

Veganes Hundefutter

Veganes Hundefutter