Wie oft muss ein Hund geimpft werden?

Schutzimpfungen sind beim Kampf gegen Krankheiten von großer Bedeutung. Durch die Verabreichung eines Impfstoffs wird die Immunabwehr des Körpers angeregt und eine Immunität hervorgerufen.

Was bei uns Menschen schon lange Zeit als beinahe selbstverständlich gilt, ist auch für unsere Hunde wichtig.

Denn auch bei Tieren gibt es Krankheiten, gegen die es keine Heilmittel gibt. In einem solchen Fall ist die Impfung die einzige Möglichkeit, um eine Infektion zu verhindern und damit Leben zu retten.

Wie oft muss ein Hund geimpft werden?

Wie oft muss ein Hund geimpft werden?

Keine Impfpflicht für Hunde

Damit eine Impfung richtig wirken kann, muss sie rechtzeitig durchgeführt werden. Schon Welpen müssen diese Prozedur über sich ergehen lassen.

Welche und wie viele Impfungen Ihr Welpe wirklich benötigt, ist gar nicht so einfach zu beantworten.

Generell kann gesagt werden, dass Hunde in Deutschland nicht geimpft werden müssen. Stattdessen gibt es empfohlene Impfungen und solche, die nach Bedarf verabreicht werden.

Wie viele Impfungen braucht ein Welpe?

Gegen die folgenden Krankheiten sollten Sie Ihren Hund schon im Welpenalter impfen lassen:

  • Tollwut
  • Staupe
  • Parvovirose
  • Leptospirose
  • Hepatitis contagiosa canis

Diese Erkrankungen werden häufig durch Wildtiere übertragen und sind hochansteckend. In vielen Fällen führen sie zum Tod des Hundes.

Impfplan ab dem Welpenalter

Impfplan ab dem Welpenalter

Tollwut

Offiziell gilt Deutschland seit dem Herbst 2008 frei von Fuchstollwut.

Dennoch ist die Tollwutimpfung eine der wichtigsten Immunisierungen für den Hund. Seit jeher ist die Wutkrankheit oder Rabies eine der gefürchtetsten Virus-Infektionen.

Tollwut verläuft in vier Phasen.

  1. Es beginnt mit Symptomen wie Erbrechen oder Durchfall.
  2. Später wird das Tier grundlos aggressiv, zeigt Lähmungserscheinungen, ist ruhelos und wird von Krämpfen heimgesucht. Grund dafür ist das Virus, das sich über das Rückenmark in das zentrale Nervensystem vor arbeitet.
  3. Untrügliches Zeichen einer Tollwutinfektion ist Überempfindlichkeit gegen Licht und Geräusche sowie untypische Reaktionen auf Wasser.
  4. Das Endstadium ist das Koma und eine Atemlähmung, die zum Tod führt.

Tollwut ist in Deutschland meldepflichtig. Besteht der Verdacht, dass ein Hund an Tollwut erkrankt ist, darf er nicht behandelt werden.

Jedes infizierte Tier muss umgehend, auch ohne Zustimmung des Besitzers, getötet werden. Das gilt sogar dann, wenn der Hund auch nur Kontakt mit einem infizierten Tier hatte.

Ist der Hund jedoch nachweislich gegen Tollwut geimpft, besteht keine Gefahr. Daher ist ein korrekter Eintrag in den Impfpass besonders wichtig.

Die erste Impfung sollte der Welpe ab der zwölften Lebenswoche erhalten. Danach folgt eine weitere Impfung nach einem Monat. Mit der dritten Impfung, die nach 15 Monaten stattfindet, ist die Grundimmunisierung vollständig.

Empfohlene Impfungen für Hunde

Empfohlene Impfungen für Hunde

Staupe

Die Staupe ist eine der ältesten bekannten Krankheiten von Hunden, die sehr gefährlich ist. Dank des Impfstoffs infizieren sich Hunde heute nur noch sehr selten.

Übertragen wird Staupe durch Kontakt zu infizierten Tieren oder deren Ausscheidungen.

Das Virus kann unterschiedliche Körperregionen angreifen. Je nachdem bilden sich dann verschiedene Krankheitsanzeichen aus. So kann sie zu Problemen im Magen-Darm-Trakt ebenso wie zu Atemwegsproblemen wie Husten führen.

Epileptische Anfälle oder Lähmungen sind aber ebenso möglich wie Verhornung von Haut an Nase oder Fußballen.

Staupe sorgt daneben für eine allgemeine Schwäche und endet zumeist tödlich. Falls ein Hund die Staupe-Infektion überlebt, behalten die Tiere meist den sogenannten Staupetick zurück, einen lebenslangen Gesundheitsschaden.

Da Welpen besonders gefährdet sind, beginnt die Impfung bereits im Alter von acht Wochen. Danach wird die Immunisierung noch einmal nach vier Wochen und dann im Alter von 16 Wochen wiederholt.

Parvovirose

Die Parvovirose oder Hundeseuche wird vorwiegend durch den Kot infizierter Tiere übertragen. Nicht bei jedem Hund sorgt sie für Symptome.

Hat sich ein Hund infiziert, kann es zu schwerem Erbrechen und Durchfall sowie zu hohem Fieber kommen. Wird die Erkrankung rasch erkannt, ist die Prognose ganz gut.

Es kommt jedoch immer wieder zu schweren Verläufen oder Komplikationen wie Herzproblemen. Besonders Welpen sind davon betroffen.

Die Welpenmyokarditis trifft vorwiegend Tiere, im Alter zwischen drei bis zwölf Wochen alte Tiere. Sie sterben nicht selten ohne irgendwelche typischen Anzeichen.

Dieses Problem wird mittlerweile durch eine Immunisierung von Zuchthunden vermieden. Dazu werden die Welpen erstmals in der achten Lebenswoche geimpft. Danach noch einmal nach vier Wochen sowie im Alter von 16 Wochen.

Leptospirose

Leptospirose ist eine bakterielle Erkrankung. Dabei handelt sich bei dieser Krankheit um eine Zoonose. Das bedeutet, sie kann vom Hund auf den Menschen übertragen werden. Aus diesem Grund ist sie meldepflichtig.

Die Infektion des Hundes erfolgt über Wildtiere und deren Urin. Je nach Erregerart verläuft die Krankheit unterschiedlich. Zumeist sind aber eine allgemeine Abgeschlagenheit, Fieber und Appetitlosigkeit zu beobachten.

Leptospirose kann bei schwerem Verlauf die Nieren sehr stark schädigen. Es kommt zu blutigem Urin, bis zum Nierenversagen. Auch die Leptospirose ist vor allem für Welpen sehr gefährlich.

Welpen werden mit acht Wochen erstmals geimpft. Danach folgt eine Impfung in der zwölften Woche und noch einmal nach 15 Monaten.

Hepatitis contagiosa canis

Hepatitis ist eine ansteckende Leberentzündung, die durch Körpersekrete oder Ausscheidungen infizierter Hunde übertragen wird.

Sie kann sehr unterschiedlich verlaufen. Und nicht jeder Hund zeigt Symptome.

Treten Beschwerden auf, so äußern sie sich in Fieber, Erbrechen, Durchfall und Apathie. Es kann zu Wassereinlagerungen im Körper kommen. Leber und Milz sind vergrößert und Blutungen an Haut oder Schleimhäuten sind möglich.

Eine Diagnose ist oft nur sehr schwer möglich. Bei jungen Hunden verläuft die Krankheit meist innerhalb weniger Stunden tödlich. Bei erwachsenen Hunden kann die Leberentzündung chronisch verlaufen und das Organ schwer schädigen.

Hepatitis wird in der achten Lebenswoche erstmals geimpft. Danach noch einmal nach vier Wochen und dann im Alter von 16 Wochen.

Impfungen, die nach Bedarf gegeben werden

Im Gegensatz zu diesen lebensbedrohenden Erkrankungen, die sehr leicht übertragbar sind, gelten Impfungen gegen Borreliose und Zwingerhusten als Wahl-Impfungen.

Das bedeutet, vom Tierarzt werden sie nur im Bedarfsfall geimpft.

Borreliose

Borreliose wird durch Zecken übertragen. Damit der Erreger erfolgreich übertragen wird, muss die Zecke über mehrere Stunden am Hund verbleiben. Deshalb empfehlen ich Ihnen auf der Seite über Zecken-Prävention, dass Sie Zecken innerhalb von 24 Stunden entfernen sollen.

Die Diagnose einer Borreliose ist nicht einfach. Der Grund dafür ist eine sehr lange Inkubationszeit und Symptome, die ebenfalls bei vielen anderen Erkrankungen zu beobachten sind.

Häufig werden die Krankheitsanzeichen nicht mit einem Zeckenbiss in Verbindung gebracht, weil er lange zurück liegt.

Eine Impfung gegen Borreliose ist nicht unbedingt notwendig, weil Hunde die Krankheit nicht weiter verbreiten können. Daneben bieten Zeckenschutzmittel wie Halsbänder und Spot-On-Präparate eine gute Vorbeugung.

Wie erkenne ich Anzeichen für Borreliose beim Hund?

Wie erkenne ich Anzeichen für Borreliose beim Hund?

Zwingerhusten

Eine Impfung gegen Zwingerhusten ist nur dann empfehlenswert, wenn viele Hunde auf engem Raum zusammenleben. Das ist in Hundepensionen oder Tierheimen der Fall.

Auch Hunde, die regelmäßig mit vielen unterschiedlichen Hunden im Zuge von Veranstaltungen und Ausstellungen aufeinandertreffen, sollten geimpft werden.

Zwingerhusten wird durch Tröpfcheninfektion verbreitet. Im Normalfall heilt er aber von alleine nach einigen Tagen wieder vollständig aus. Für junge Tiere und Welpen kann Zwingerhusten gefährlich werden.

Bleiben Sie stets kritisch

Wollen Sie mit Ihrem Hund ins Ausland verreisen, sind viele Impfungen verpflichtend. Achten Sie stets darauf, dass alle Impfungen korrekt im Impfpass dokumentiert sind.

Leider kommt es auch bei Hunden immer wieder zu Diskussionen über Sinn und Unsinn von Schutzimpfungen.

Niemand kann Sie in Deutschland zwingen, Ihren Liebling impfen zu lassen. Informieren Sie sich daher wirklich in aller Ruhe rechtzeitig über die einzelnen Krankheiten und wägen Sie für sich den Nutzen und das Risiko gut ab.

Tollwut ist nicht ohne Grund ausgerottet. Wenn wir Hundebesitzer jetzt so impfmüde werden wie viele Menschen, dann wird diese tödliche Krankheit zurückkommen.

Ein tolles Buch zu diesem Thema ist „Monika Peichl – Hunde impfen, der kritische Ratgeber“, das Sie hier bei Amazon ansehen können.

Bedenken Sie dabei aber stets, dass schwere und leicht übertragbare Krankheiten wie Tollwut oder Staupe für das Tier und damit auch für Sie großes Leid bedeuten können.

Bei der Leptospirose nehmen Sie auch eine eigene Erkrankung in Kauf.

Tatsächlich vertragen manche Tiere eine Schutzimpfung deutlich schlechter als andere. Es kann zu Unverträglichkeiten oder Immunschwächen kommen. Deshalb ist der Impfstoff gegen Borreliose zurzeit noch umstritten.

Zum Zeitpunkt der Impfung muss Ihr Welpe unbedingt gesund und aktiv sein. Davon wird sich auch der Tierarzt noch einmal überzeugen.